Tanah Lot

Im Südwesten von Bali liegt einer der beeindruckendsten Meerestempel der Insel. Der Pura Tanah Lot steht auf einem kleinen Felsen im Meer direkt an der Küste und sein Name bedeutet „Land im Meer“. Nur 20 Kilometer entfernt von Denpasar, Balis Hauptstadt, ist er ein sehr beliebtes Touristenziel. Die Insel wird vollkommen vom Meer umspült, doch bei Ebbe gelangt man auch trockenen Fußes auf das kleine Eiland. Der Tempel wird auch oftmals als Tanah Let - „altes Land“ - oder Tanah Lod „ Land des Südens“ bezeichnet.

Pura Tanah Lot ist ein sehr beliebtes Fotomotiv, ganz besonders im Abendrot. Allerdings gibt es das ganze Jahr über auch viele Touristen um diese Zeit. Der Tempel ist über ein paar Steine zu erreichen, sein eigentliches Inneres ist jedoch für Nichtgläubige geschlossen. Er ist den Meeresgöttern geweiht und die Einheimischen glauben, der Tempel ist durch die in einer gegenüberliegenden und von Priestern bewachten Höhle lebenden Giftschlangen geschützt. Unterhalb der Insel entspringt in einer kleinen Höhle eine Süßwasserquelle, von der man gegen ein kleines Entgelt trinken oder sich das Gesicht waschen darf.

Der Legende nach sollen Fischer im 15. Jahrhundert den Tempel errichtet haben. Einer der letzten Hindupriester, die von Java nach Bali flüchteten, war Danghyang Nirartha. Er meditierte an diesem Ort und sagte zu den Fischern, sie sollten einen Schrein auf der kleinen Insel erbauen, der den Meeresgöttern gewidmet sei. So entstand der Tempel und wird bis heute noch von allen Balinesen verehrt. Der Tempel gehört zu insgesamt sieben Meerestempeln entlang der Küste, die alle eine Linie bilden.

Auch wenn der Tempel für Ungläubige selber nicht zu betreten ist, ist er doch ein magischer Anziehungspunkt. Touristen aller Nationen versammeln sich hier zum Abendrot - und meditieren?